Wie ich zu meinem E30 kam
Kennst du das? Du setzt dir etwas in den Kopf, etwas, das du wirklich willst, und alle Welt versucht es dir auszureden? Sie kommen mit schlechten Argumenten und Horror-Szenarien, um dich davon abzuhalten, das durchzuziehen, was du aus tiefstem Herzen willst? So ging es mir mit meinem Traumauto.
Seit ich DTM-Fan von Bruno Spengler war, stand für mich fest, dass ich einen BMW E30 fahren möchte. Das war 2013. Ich setzte mich mit der Motorsport-Historie des Wagens auseinander und die Begeisterung wuchs und wuchs. Eines Tages machten wir mit meiner Tante und meiner Cousine einen Ausflug nach Stuttgart. Auf einem Parkplatz stand neben uns ein E30 und meine Tante sagte: „Carina, das wäre doch ein tolles Auto für dich.“
Der Gedanke war bis dahin ab und an durch meinen Kopf geflogen, hatte sich aber nie festgesetzt – bis zu diesem Augenblick. Ich entschied, dass sie Recht hatte und nahm mir vor, als erstes Auto einen BMW E30 zu kaufen.
Widerstand aus der Familie
Je ernster es mir wurde und je näher ich der Fahrprüfung kam, desto eher verstanden meine Eltern, dass ich es ernst meinte. Doch meine Mama blieb unschlüssig. „Du hast keinen Airbag oder andere Sicherheitsstandards“, argumentierte sie. Auch mein Onkel war nicht überzeugt und versuchte mir Horrorszenarien den Wunsch aus dem Kopf zu schlagen. Eine Zeit lang war ich, nach einer langen Diskussion, echt sauer auf ihn. Doch ich hielt an dem Wunsch fest und überzeugte schließlich meinen Papa, der mich auf die Begeisterung für Oldtimer gebracht hatte.
Wir starteten unsere Suche – wie wohl die meisten – online. Autoscout und Co wurden unsicher gemacht. Zusätzlich hielten wir die Augen offen und achteten unterwegs immer auf Autohändler oder Fahrzeuge, die herrenlos in Industriegebieten abgestellt waren.
Die Suche gleicht einer Odyssee
Die erste Probefahrt mit einem tiefer gelegten Modell war katastrophal. Die Reifen schliffen am Kotflügel, das war eindeutig zu sehen aber der Verkäufer leugnete es. Außerdem hielt ich bereits nach zwei Schaltvorgängen den Griff des Schaltknaufs in der Hand. Ich fuhr einmal die Straße runter, zum nächsten Kreisel und wieder zurück – Eine Rübenmühle.
Erst beim dritten Kandidaten war uns das Glück wohlgesinnt. 118.000 km, hohlraumversiegelt und kein Unfallschaden waren gute Voraussetzungen. Mein Papa begutachtete den BMW damals erst ohne mich, da ich keine Zeit hatte, ihn zu begleiten. Bei der Probefahrt war ich selbstverständlich dabei und wir mussten uns auch an diesem Tag entscheiden und eine Anzahlung abgeben. Der ehemalige
Der BMW E30 an meiner Seite
So hatte ich mich zwei weitere Wochen lang gedulden müssen, aber der Verkauf war besiegelt. Wenn ich heute daran zurückdenke, kommt es mir vor wie ein Sprung ins kalte Wasser. Ich war mir unsicher, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung war. Sogar die erste Fahrt mit dem BMW fühlte sich eher unsicher statt euphorisch an. Aber je mehr ich mich an das Auto gewöhnte, umso zufriedener war ich mit der Entscheidung.
Heute bereue ich es nicht, sondern bin noch immer glücklich mit meinem Oldtimer, der inzwischen sein H-Kennzeichen trägt. Am allermeisten liebe ich die erstaunten Blicke von fremden Leuten, wenn sie mich in meinem E30 sehen, oder sie in einem Gespräch erfahren, dass der Wagen mir gehört.