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Carina Mollner

Lieber Leser,
ich freue mich, dass du den Weg zu diesem Blogbeitrag gefunden hast und wünsche dir viel Spaß beim Lesen. Lass gerne Anregungen oder ein paar freundliche Worte da, wenn dich etwas begeistert hat.
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Spiegelreflexkamera

Du fotografierst mit deinem Smatrphone, bist aber mit dem Ergebnis nicht mehr zufrieden. Die Fotos verpixeln schnell, wenn du etwas vergrößerst. Du versuchst, Wassertropfen einzufrieren, aber das Bild erscheint nicht gestochen scharf. Dann haben sich deine Ansprüche erhöht und es wird Zeit für eine professionelle Kamera.

An diesem Punkt stand ich im Frühjahr 2020. Ich liebte es, zu fotografieren, mich auszutoben aber ab einem bestimmten Punkt reichten mir die Möglichkeiten meines Smartphones nicht mehr aus. Ich beschloss, mir eine Kamera zu kaufen, aber welche war die Richtige für einen Einsteiger? Ich stieß bei meinen Nachforschungen auf eine grundlegende Fragestellung: Soll es eine Spiegelreflex oder eine spiegellose Kamera – auch Systemkamera genannt, was nicht ganz richtig ist – sein?

Zuerst recherchierte ich, um den Unterschied zu verstehen, und sammelte Argumente aus dem Internet. Damit es dir leichter fällt, erkläre ich dir die Verschiedenheiten zwischen Spiegelreflex- und Systemkameras in zwei Beiträgen. Lass uns mit der bewährten Spiegelreflexkamera beginnen.

Was ist eine Spiegelreflexkamera?

Das System der Spiegelreflexkamera gibt es seit 1861. Die erste digitale Spiegelreflex (DSLR) erschien 1987. Unter Profifotografen der beliebtere Kameratyp, was nicht nur an den Fotos, sondern vorrangig an der Haptik liegt. Der Spiegel verursacht beim Auslösen ein Geräusch, womit sich Fotografen seit Jahren identifizieren. Was das ist und woher es kommt, erkläre ich dir jetzt.

Der Spiegel ist einer der wesentlichen Unterschiede der DSLR-Kameras, im Vergleich zur spiegellosen Kamera. Das Licht fällt durch das Objektiv  und wird bei einer einäugigen Spiegelreflexkamera vom schräg stehenden Schwingspiegel nach oben reflektiert. Dabei trifft es auf die Einstellscheibe des Suchersystems. Mit einer Sammellinse und durch die Reflexion kann der Fotograf das entstehende Bild im Sucher sehen. 

Der Fotograf nimmt exakt dasselbe Bild auf, welches er erblickt, wenn er den Auslöser drückt. Das natürliche Foto wird 1:1 durch den Spiegel in den Sucher projiziert und so aufgenommen, wie es in natura ist. Beim Drücken des Auslösers schwingt der Spiegel nach oben, um für das Licht den Weg zum Sensor freizumachen. Dieses Aufklappen erzeugt die besondere Haptik und das typische Geräusch einer auslösenden Spiegelreflexkamera. 

Vorteile einer Spiegelreflexkamera

Großer Sensor

Gegenüber einem Smartphone und im Vergleich zu Kompaktkameras bauen die Hersteller einen größeren Sensor in eine DSLR-Kamera ein. Der Kleinste ist er ASP-C-Sensor. Dank der Größe erzielen Fotografen eine höhere Bildauflösung. Zusätzlich fällt viel Licht auf den Sensor, was die ISO-Empfindlichkeit verbessert. Der Vollformatsensor bietet hier noch mehr Freiheiten als ein ASP-C. 

Große Auswahl an Wechselobjektiven

Egal ob der Adler am Himmel oder die zarten Flügel des Schmetterlings. Die Vielfalt in der Fotografie mit einer Spiegelreflex macht die Bandbreite an Objektiven. Vom 400 mm Teleobjektiv, bis zum 14mm Weitwinkel ist alles dabei. Im Vergleich zu den moderneren Systemkameras ist die Palette bei den DSLRs breiter gefächert. Ein Grund dafür ist, dass es DSLRs länger am Markt gibt und die Hersteller ein entsprechendes Kontingent verfügen. Auch Drittanbieter wie Tamron oder Sigma verkaufen hochwertige Linsen. 

Es lohnt sich, einen Blick auf gebrauchte Objektive von Fachhändlern zu werfen. Diese sind günstiger als Neuware und meist in sehr gutem Zustand. 

Der optische Sucher (OFV)

Der Sucher ist wohl eines der prägnantesten Bauteile einer Kamera und macht die Fotografie zu dem, was sie ist. Natürlich beinhalten viele DSLRs das elektronische Display. Hier siehst du nur eine LiveView vom entstehenden Foto. Im optischen Sucher nimmst du das Bild genauso wahr, wie es in Wirklichkeit ist. Sprich die Farbe ist beispielsweise nicht verfälscht und du kannst keine Effekte durch den Sucher anwenden. Außerdem erkennst du an einem hellen Tag deine Motive durch den Sucher, während das Display spiegelt und du nichts wahrnimmst. 

Zusätzlich bekommst du beim Fotografieren ein anderes Gefühl als mit dem Smartphone. Den Unterschied zum elektrischen Sucher, der in Systemkameras Verwendung findet, habe ich eingangs erklärt. Außerdem verbraucht der OFV keinen Strom und schont damit die Akkulaufzeit. 

Nachteile einer Spiegelreflexkamera

Größe und Gewicht

Ab und an ertappe ich mich selbst dabei, wie ich zweimal drüber nachdenke, die schwere Kamera mitzunehmen, oder ob ich mich eher meines handlichen Smartphones bediene. Wenn ich mit vollem Equipment auf Tour gehe, muss der Rucksack unbedingt mit. Ein Nachteil der professionellen Kameras: Größe und Gewicht. 

Beide Faktoren habe ihre Berechtigung in einer Spiegelreflexkamera. Setzte das immer in Relation mit den Vorteilen. Wenn du deine Kamera ständig mitnehmen möchtest, dann kaufe dir eine solide Kompaktkamera. Hier gibt es auch Modelle, die eine ausreichende Bildqualität erzielen.

Geringe Schärfentiefe

Was Portrait-Aufnahmen und freigestellten Motiven ihren Charme verleiht, kann sich auf Motivsituationen, die eine hohe Schärfentiefe erfordern, wie Gruppenfotos, nachteilig auswirken. Durch die größeren Sensoren in DSLR-Kameras bekommst du eine geringere Schärfentiefe, sprich den typischen verschwommenen Hintergrund. Ich persönlich liebe dieses Stilmittel und würde es eher weniger als Benachteiligung sehen. Fotografierst du jedoch Motive, die vor vorn bis hinten gestochen scharf sein sollen, kann sich der große Sensor negativ auswirken. 

Du musst die Blende weiter schließen, um alles scharf zu stellen, weshalb weniger Licht auf den Sensor fällt. Und du bei schlechten Lichtverhältnissen Probleme bekommen kannst. Um das auszugleichen, musst du entweder die Verschlusszeit verlängern oder die ISO hochstellen. Im schlimmsten Fall kannst du auch ein Stativ benutzen.

Reinigung

Beim Wechseln deiner Objektive gelangen Schmutzpartikel in das Kameragehäuse, egal wie vorsichtig du vorgehst. Diese Partikel können sich auf dem Sensor oder dem Spiegel absetzen. Das erkennst du an kleinen dunklen Flecken auf den Bildern, die sich nicht durch das Reinigen der Objektivlinse entfernen lassen. 

Traust du es dir zu, kannst du den Sensor mit einem Reinigungs-Kit selbst säubern. Meine Kameras landen einmal im Jahr beim Fachhändler, der mir den Sensor putzt. Hierbei kommen Kosten zwischen 40 und 90 Euro pro Kamera auf dich zu. 

Auslaufmodell

In Zukunft sieht es für die Spiegelreflex schlecht aus. Viele Hersteller fokussieren sich auf Systemkameras ohne Spiegel. Trotzdem werden die DSLRs ab und an noch zu sehen sein – beispielsweise bei Pentax. Die glorreiche Erfolgsserie ist dennoch vorbei.

Nikon gab bekannt, dass DSLRs ab 2025 in ihrem Unternehmen kaum eine Rolle speilen würden. Auch Einsteigerkameras sollen einen kleineren Anteil des Repertoires einnehmen.  Canon ließ sich Zeit mit derartigen Entscheidungen. Außerdem stieg der Konzern spät in den Kampf um die Spitze der Systemkameras ein: erst im Jahr 2018.

Die EOS 1D X Mark III soll laut Canons CEO Fujio Mitaria das letzte Modell mit Klappspiegel sein, gibt er im Interview mit einer der bedeutendsten Zeitungen in Japan bekannt. 

 

Fazit

Trotzdem lohnt es sich, für Anfänger, zu einer Spiegelreflexkamera zu greifen, um ein Gefühl für die Fotografie zu bekommen. Hier lernst du die Grundeinstellungen ohne Schnickschnack, von der Pike auf.

Meine Empfehlung: Bevor du zu viel googelst oder dich von zahlreichen Tutorials auf Youtube verunsichern lässt, gehe in ein Fachgeschäft und lasse dich beraten. Hier kannst du die Kamera gleich anfassen, ausprobieren und sogar ein paar Tage ausleihen. Viel Spaß auf der Suche nach deiner Kamera. 

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